Ein Mann am Rechner. Überrascht von der Security kann er die Website gerade noch ausblenden. Doch dann sehen wir, wie er sich verabredet. Ein Blind Date mit einer Unbekannten. Einzige Bedingung: Tango tanzen, in zwei Wochen. Schnitt.
André arbeitet in einem grauen Büro, zwischen Aktenordnern und Kopiermaschinen. In den Pausen treffen sich die Kolleginnen und Kollegen am Weihnachtsbaum. Frans, sein Kollege, soll ihm helfen, die Kunst des Tangos zu lernen, doch der lehnt ab.
Anthropologie
Echte Freunde
Ohne Freundschaft möchte niemand leben, hätte er auch alle anderen Güter. Der Reiche, der Herrscher und der Mächtige scheint der Freunde ganz besonders zu bedürfen. Denn was nützte ihm die Gunst des Schicksals, wenn ihm die Möglichkeit entzogen würde, jenes Wohltun zu üben, das man am besten und lobenswürdigsten gegen Freunde beweist? Oder wie ließe sich das Glück ohne Freunde hüten und wahren? Es ist ja um so unsicherer, je größer es ist. In Armut und sonstiger Not aber gilt der Freund als die einzige Zuflucht.
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Achtes Buch
Strebt aber nach den größeren Gaben!
Imperative begleiten uns unser Leben lang und entfalten gerade im Kindes- und Jugendalter eine starke Wirkung. „Streng dich in der Schule an, damit du später mal die Wahl hast!“ Dieser Appell ist sicher nur den Wenigsten erspart geblieben. Und er ist ohne Zweifel gut gemeint. Die Förderung und die damit verbundenen Wahlmöglichkeiten sind für Heranwachsende jedoch grundsätzlich ambivalente Erscheinungen. Sie können, aber sie müssen auch wählen. Sie können falsch oder richtig entscheiden und alles Kommende mit Vorfreude oder Zukunftsangst wahrnehmen. Und auch die beteiligten Erwachsenen bewegen sich stets auf einem Grat zwischen Förderung und Überforderung, zwischen Hilfestellung und Zwang.
Mit all diesen Ambivalenzen spielt der Kurzfilm PERFECTION (2004), in welchem ein Kinderspiel dem Lebensweg der Protagonistin den Takt vorgibt.