Wenn Eltern ihre schulpflichtigen Kinder danach fragen, wie ihr Tag war, werden sie je nach Altersstufe eine mehr oder weniger ausführliche Antwort bekommen. Das Spektrum reicht mindestens von einer detaillierten Beschreibung des ganzen Tages bis zu einem durch ein Schulterzucken begleitetes „Ok“. Dass dieses Frageritual ganz entscheidend für die Beziehung zwischen Fragendem und Befragtem sein kann, ist eine der Pointen des inhaltlich und emotional herausfordernden Kurzfilms „HOW WAS YOUR DAY?“. In seinem Verlauf wird die zunehmende Distanz einer Mutter zu ihrer von körperlicher und geistiger Behinderung betroffenen Tochter bis zur existenziellen Bedrohung für beide gesteigert. Wer am Ende beide aus dieser Agonie rettet, ist eine der spannendsten Fragen, die aufgeworfen werden.
Anthropologie
Waschen — Schneiden — Ernstnehmen
Kathi Schweers-Reinhardt lebt in Berlin und ist als Mediatorin tätig. In ihrem frühren Leben arbeitete sie als Friseurin. Weil sie als alleinerziehende Mutter den Arbeitszeitregelungen an einem Hamburger Theater nicht entsprechen konnte, verlor sie ihren Job. Sie kennt das Leben am Existenzminimum aus eigener Erfahrung. Damals wurde aus Frau Schweers-Reinhardt „eine Nummer” beim Sozialamt. Das ist Vergangenheit und gehört doch zu ihrer Geschichte. Heute möchte sie etwas zurückgeben und zwar so, wie sie es am besten kann: Einmal im Monat schneidet die gelernte Friseurmeisterin Bedürftigen die Haare, denn ehrenamtliches Engagement hat selbst in ihrem Leben weiter gebracht.
Für ein gutes Gewissen — oder?
Jesus, Mutter Teresa und Gandhi plaudern miteinander am Kamin. Sie erzählen sich von ihren guten Taten, die sie während ihres Lebens vollbracht haben. Mit ihnen zusammen sitzt ein junger Mann, der in ihrer Mitte weilt, weil er durch seine Online-Spende Kindern das Leben gerettet hat. Die drei Gutherzigen sind begeistert von seiner guten Tat.