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A single life: Richtig leben

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Pia ist gerade am Essen, da klingelt es an der Tür. Auf der Schwelle findet sie einen Umschlag mit einer Schallplatte. Sie legt auf und „A SINGLE LIFE“ erklingt. Zum Rhythmus der Musik greift sie nach der Pizza. Doch da gibt es einen Knacks, die Platte hat einen Sprung. Und jetzt entdeckt Pia, dass man mit dem Drehen der Platte in seiner eigenen Biografie, seinem eigenen Leben, hin und her reisen kann: in die eigene Kindheit, in die Jugend, in die letzten Sekunden.

Der Kurzfilm erzählt im Zusammenspiel mit dem Songtext von der einen einzigen Chance des Lebens und von der damit verbundenen Aufgabe, das Leben „richtig“ zu leben. Mit den Zeitsprüngen gelangt man in Pias unterschiedliche Zimmer. Jeder Raum erzählt ein Kapitel. Zukunftsträume und Erinnerungen fließen ineinander. Gegenstände in Pias Zimmer erzählen etwas über sie und Dinge, die ihr wichtig sind. Im Regal stehen zum Beispiel verschiedene Buchtitel (Time ist never ending?, Bad Timing und Time is on my Side des Zeitreisenden Marty McFly, ), wechselnde Spruchkarten und Symbole aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, Fotos von besonderen Momenten und eine Milchtüte der Marke „Diary“. All diese Gegenstände lassen erahnen, dass „Zeit“ für Pia in den unterschiedlichen Lebensphasen ein Thema ist, mit dem sie sich auseinander setzt.

Der Kurzfilm kann zum hermeneutischen Schlüssel für die eigene Biografie werden, wenn man der Idee folgt, dass die Wohnung oder ein Zimmer der Spiegel seiner Bewohner ist. Dann geht es um die existentiellen Fragen nach Individualität, sozialer Anerkennung und Selbstwirksamkeit: Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wie sollen mich die anderen sehen? Was kann ich erreichen und welche Grenzen erkenne ich an?

Der Film wurde 2014 für einen Kurzfilmwettbewerb entwickelt und produziert. 2015 war er für den Oscar in der Kategorie „Bester Animinierter Kurzfilm“ nominiert. Er gewann auf namhaften Festivals zahlreiche Auszeichnungen.

Kernkompetenz: Den eigenen Glauben und die eigenen Erfahrungen wahrnehmen und zum Ausdruck bringen sowie vor dem Hintergrund christlicher und anderer religiöser Deutungen reflektieren.

Jahrgang: ab Jahrgang 5

Arbeitsformen: Fantasiereise

Hintergrundinformationen:

Über den Film: https://de.wikipedia.org/wiki/A_Single_Life

Über das Produktionsteam: https://de.wikipedia.org/wiki/Job,_Joris_%26_Marieke

Wie bin ich wirklich? Ein vertiefender Beitrag von Christian Schüle auf ZeitOnline: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/04/persoenlichkeit-charakter-individualismus/komplettansicht

Über die Technologie von Plattenspielern: https://de.wikipedia.org/wiki/Schallplattenspieler

Einstieg: Wenn die Ferien niemals enden, eine Fanatasiereise

Die Schülerinnen und Schüler erleben mithilfe der Methode „Fantasiereise“ einen Urlaub, eine gute Zeit, die nicht endet. Sie begeben sich in einen gelenkten Tagtraum und geben dabei ihrer Fantasie freien Raum, folgen ihren Gefühlen und kombinieren Vorstellungen und Ideen neu. In drei Phasen (Entspannung, Reise, Rückkehr in die Realität) wird der „Urlaub ohne Ende“ erkundet. Mit meta-reflexiven Fragen werden die Ergebnisse für die Weiterarbeit abgerufen:

Wie hat dir die nie endende Urlaubsreise gefallen? Was hast du gesehen und erlebt? Was hast du dabei gefühlt und gedacht? Was war für dich wichtig, angenehm oder weniger gut? Was hast du beim Zeichnen (Malen, Formen….) erlebt? Erinnert dich etwas an deine wirklichen Ferien? Was nimmst du aus dieser Erfahrung mit?

 

Die Ergebnisse werden auf Meta-Plankarten festgehalten und mithilfe einer Mindmap geordnet.

Alternativ: Die Schülerinnen und Schüler tragen ihr Vorwissen über Zeitmaschinen mithilfe einer Mindmap zusammen und strukturieren es.

Meta-Reflexion

Die Lerngruppe diskutiert die Frage: Was heißt „Richtig leben“?

Filmanalyse Part I: Pias Leben

  1. Die Schülerinnen und Schüler sehen den Film und geben Pias Leben mit eigenen Worten wieder.
  2. Sie gestalten ein Storyboard mit den entscheidenen Szenen.
  3. Für die Interpretation geben sie dem Film einen eigenen Titel.

Filmanalyse Part II: Pias Zimmer

  1.  Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Zimmer, in denen Pia lebt.
    00:00 – 01:12 – Teenager
    01:13 – 01:31 – Mutter
    01:32 – 01:38 – Kind
    01:39 – 02:00 – Grauhaarig
    02:01 – 02:09 – Weißhaarig
    02:10 – 02:19 – Tot
  2. Sie recherchieren und interpretieren in diesem Kontext die Artefakte, die sich auf dem Board befinden
    (Buchtitel, Bilder, Glückkatze, Buddha-Statue, Japanisches Schriftzeichen für Stunde, ammoniten, Moai etc.)

Filmanalyse Part III: Die Filmmusik

You might think your time is never ending
But a single life is what you’re getting
And you should get it right
Is what I’m saying
But go ahead and try

Just a single life
You know there won’t be a second time

Happy Camper feat. Pien Feith; Zum Songtext

  1. Die Schülerinnen und Schüler bestimmen den Charakter der Musik und äußern sich zu Dynamik und Tempo.
  2. Sie geben den Inhalt des Songs nach Gehör wieder und übersetzen den Songtext.
  3. Sie interpretieren den Song mithilfe eines Blackoutpoems. Dabei werden bedeutsame Wörter oder Satzteile eingerahmt. Das übrige Textmaterial wird geschwärzt. So entsteht eine eigene Sichtweise auf den Song.
  4. Die Gruppe tauscht sich über die Poems und ihre Ansätze aus.

Filmanalyse Part IV: Interpretationen einzelner Elemente

Die Lerngruppe sucht nach Interpretationsansätzen für ausgewählte Elemente des Filmes:

  • Den Überbringer des Briefes
  • Die Vinylplatte und der Song
  • Den Sprung in der Platte

Meta-Reflexion

Die Lerngruppe diskutiert die Frage: Was heißt „Richtig leben“?

Gestaltungsideen

  1. Stellt Regeln für den Umgang mit dem Plattenspieler auf oder gebt Nutzungsempfehlungen.
  2. Welcher Song und welche Keywords passen zu deinem Single-Life-Song? Präsentiert eure Hits in der Lerngruppe.
  3. Pia entdeckt die Zeitsprungmechanismen von Musik beim Pizza-Essen. Auch Geschmack kann Erinnerungen wecken und Lust auf Zukunft machen. Was gehört auf Deine Single-Life-Pizza?
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Andreas Ziemer

Dozent für Theologie und Religionspädagogik am Pädagogisch-Theologischen Institut der EKM und der ELKA/Drübeck.
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Andreas Ziemer

Dozent für Theologie und Religionspädagogik am Pädagogisch-Theologischen Institut der EKM und der ELKA/Drübeck.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Dieser Film ist ein unglaublich intensives und zugleich beklemmendes „Erlebnis“ mit dem, was Leben ist – der Frage „Was wird sein in … Jahren??“, dem Wunsch, manchmal die Zeit zurückdrehen zu wollen und dem Fingerzeig darauf, dass jeder Moment unersetzbar und eine Chance ist, die nicht wiederkommt. „Carpe diem“ auf 2:19 verdichtet – ein bedrückend gelungenes Werk!

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