Nur zu Besuch

Das The­ma Trau­er begeg­net jedem Men­schen im Leben. Die Schüler*innen wer­den bereits unter­schied­li­che Erfah­run­gen mit die­sem The­ma gesam­melt haben, womög­lich haben sie selbst ein Fami­li­en­mit­glied ver­lo­ren, ken­nen jeman­den der ver­stor­ben ist oder haben bis jetzt noch kei­ne per­sön­li­chen Erfah­run­gen gemacht. Trau­er ist ein sehr indi­vi­du­el­ler Pro­zess, der kei­nem ein­deu­ti­gen, star­ren Mus­ter unter­liegt. Die Pha­sen der Trau­er, die bis heu­te von ver­schie­de­nen Wissenschaftler*innen beob­ach­tet und ana­ly­siert wur­den, lau­fen bei jedem Trau­ern­den unter­schied­lich ab.
Das Musik­vi­deo zu „Nur zu Besuch” von „Die toten Hosen” ver­an­schau­licht einen Weg der Trau­er­pha­sen: Zu Beginn ist ein Mann zu sehen, der apa­thisch in einem Auto sitzt. Dies könn­te als ers­te Pha­se gedeu­tet wer­den. Im Video las­sen sich ver­schie­de­ne Emo­tio­nen des Man­nes erken­nen: Leid, Wut, Trau­er. Dies wäre der zwei­ten Pha­se zuzu­ord­nen. Die drit­te Pha­se lässt sich vor allem im Lied­text erken­nen. Es fin­det ein Zwie­ge­spräch mit dem Ver­stor­be­nen statt und Erin­ne­run­gen an die gemein­sa­me Zeit wer­den abge­han­delt. Die vier­te Pha­se wird im Video und im Lied­text ein­drucks­voll ver­eint. Bei Vere­na Kast heißt es, dass das Leben wei­ter­geht und wer Trau­ern­de dafür selbst ver­ant­wort­lich ist. Im Lied­text ist zu hören, dass nun die Hoff­nung auf ein Wie­der­se­hen über­wiegt. Im Video ist zu sehen, wie der Mann auf sich selbst trifft, eine Ohr­fei­ge bekommt und plötz­lich ist die Welt um ihn her­um ist mit Leben gefüllt und er steigt wie­der in das Leben ein.

Das Lied „Nur zu Besuch“ von der Band „Die toten Hosen“ wur­de 2002 ver­öf­fent­licht. Front­man Cam­pi­no hat es für sei­ne 2000 an Darm­krebs ver­stor­be­ne Mut­ter geschrie­ben. In dem Lied beschreibt das Lyri­sche Ich, wie es mit dem Tod eines gelieb­ten Men­schen umgeht. Dabei kom­men Wör­ter wie „Tod“ oder „ster­ben“ nicht vor. Ledig­lich der Euphe­mis­mus „weg­ge­zo­gen“ deu­tet im Kon­text des Lie­des auf das Ster­ben hin. Erst in der vor­letz­ten Zei­le wird klar, dass es um einen Trau­ern­den geht, der über einen Ver­stor­be­nen spricht, als das Wort „Grab“ fällt.

Die Ana­ly­se die­ses Musik­vi­de­os bie­tet einen Ein­stieg in das The­ma Tod und Trau­er. Die Fra­gen nach dem Umgang mit Trau­er und (bibli­schen) Auf­er­ste­hungs­vor­stel­lun­gen kön­nen mit­hil­fe des Vide­os vor­be­rei­tet werden.

Kern­kom­pe­tenz: Die bibli­schen Auf­er­ste­hungs­vor­stel­lun­gen als Anlass zur Hoff­nung beurteilen.

Jahr­gang: ab Jahr­gang 8

Arbeits­for­men: Musik­vi­deo­analay­se, Gefühls­ba­ro­me­ter, Instagramstory

Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on:

Lied­text und Musik­vi­deo: Die toten Hosen: Nur zu Besuch

Trau­er­pha­sen: Trau­er­pha­sen nach Vere­na Kast

Die Emaus­jün­ger Lk 24,13−35

Phase 1: Die toten Hosen — Nur zu Besuch (ohne Ton)

Zu Beginn sehen die Schüler*innen das Musik­vi­deo ohne Ton. Die Schüler*innen kön­nen bereits an die­ser Stel­le den Hin­weis bekom­men, dass sie ihre Beob­ach­tun­gen in einer zwei­spal­ti­gen Tabel­le fest­hal­ten sollen.

  1. Sieh dir das Video an. 
  2. Beschrei­be den Ablauf des Vide­os. Beach­te dabei fol­gen­des genau: Die Mimik des Man­nes, die Umwelt des Man­nes, die Farbe/​den Fil­ter des Vide­os. 
  3. Zei­ge die Gefüh­le des Man­nes mit­hil­fe eines Gefühls­ba­ro­me­ters. 

Phase 2: Die toten Hosen — Nur zu Besuch

Das Video wird nun ein zwei­tes mal ange­se­hen, dies­mal mit Bild und Ton. Ihre Beob­ach­tun­gen kön­nen die Schüler*innen nun in der zwei­ten Spal­te der Tabel­le festhalten.

  1. Sieh dir das Musik­vi­deo mit Bild und Ton an. 
  2. Beschrei­be den Inhalt des Liedtextes.
  3. Zeich­ne die Gefüh­le des Lyri­schen Ichs mit einer ande­ren Far­be in das Gefühls­ba­ro­me­ter ein. 
  4. Unter­su­che mit wem sich das Lyri­sche Ich unterhält.
  5. Erklä­re um wel­ches The­ma es sich han­deln könnte.
  6. Arbei­te den Zusam­men­hang zwi­schen dem Video und dem Lied­text heraus.

Phase 3: Trauerphasen

In die­sem Schritt erfolgt die theo­re­ti­sche Bear­bei­tung der Trau­er­pha­sen und der Bezug auf das Musikvideo.

  1. Vere­na Kast beschreibt vier Pha­sen der Trau­er. Lies dir den Text durch. (Trau­er­pha­sen nach Vere­na Kast)
  2. Set­ze das Musik­vi­deo und die Trau­er­pha­sen nach Vere­na Kast in Bezie­hung zueinander.
  3. Inter­pre­tie­re in die­sem Zusam­men­hang die letz­te Sze­ne des Musik­vi­de­os (ab 3:32min).

Phase 4: Die Emausjünger — Begegnungen auf dem Weg der Trauer

Wie der Mann in dem Musik­vi­deo sind auch die Emaus­jün­ger vol­ler Trau­er auf dem Weg. Eben­falls par­al­lel zum Video haben sie eine Begeg­nung, die ihnen hilft, einen Weg aus ihrer Trau­er zu fin­den. Die Schüler*innen ler­nen in die­se Pha­se die Emau­s­er­zäh­lung ken­nen. Der Weg und die Begeg­nun­gen als Sym­bol für Trau­er­be­wäl­ti­gung ste­hen im Fokus.

  1. Lies die Geschich­te der Emaus­jün­ger (LK 24,13−35).
  2. Erläu­te­re wie den Emaus­jün­gern auf ihren Trau­er­weg gehol­fen wird. 
  3. Ver­glei­che das Musik­vi­deo mit der Emauserzählung.
  4. Begrün­de was den Emaus­jün­gern und dem Mann im Video gehol­fen hat, ihre Trau­er zu überwinden.

Phase 5: Trauerratgeber

In einem letz­ten Schritt berei­ten die Schüler*innen das Erar­bei­te­te für sich selbst auf. Die Insta­gram-Sto­ry ist hier bei­spiel­haft, weil sie am nächs­ten zu der Lebens­welt der Schüler*innen ist. Sie kann jedoch auch durch einen Fly­er oder ein Bud­dy Book ersetzt werden.

Dei­ne Schu­le oder dei­ne Kir­chen­ge­mein­de bit­tet dich für ihren Insta­gram-Account einen Trau­er­rat­ge­ber für den Ewig­keits­sonn­tag zu entwerfen.
Gestal­te eine Insta­gram-Sto­ry mit­hil­fe des erar­bei­te­ten Mate­ri­als, die sowohl optisch anspre­chend, als auch infor­ma­tiv ist.

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Ulrike Freihofer
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