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Wann reißt der Himmel auf?

Das Musik­vi­deo „Him­mel Auf“ der Band Sil­ber­mond zeigt Men­schen in ihrem All­tag, wel­che die Fra­ge beant­wor­ten, was Glück für sie bedeu­tet. Die Ant­wor­ten berüh­ren und öff­nen die Augen für ein The­ma, wel­ches unser eige­nes Leben sowie unser Mit­ein­an­der ent­schei­dend betrifft.

Glück ist nach Aris­to­te­les das höchs­te anzu­stre­ben­de Gut, wel­ches sich selbst Zweck ist und nicht wie­der nur ein Mit­tel, um etwas ande­res zu errei­chen. In der Prä­am­bel der ame­ri­ka­ni­schen Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung wird zwar nicht Glück selbst, aber das Stre­ben nach Glück (pur­su­it of Hap­pi­ness) als unver­äu­ßer­li­ches Recht eines jeden Men­schen schöp­fungs­theo­lo­gisch abge­lei­tet.

Neben der rei­nen Meta­pho­rik der düs­te­ren Wol­ken, die über jeman­dem schwe­ben und dem Auf­kla­ren des Him­mels als Zei­chen der Bes­se­rung, ver­weist uns die Fra­ge „Wann reißt der Him­mel auf?“ auch auf jenes höchs­te geglaub­te, tran­szen­den­te Glück, die Erlö­sung von allem Unglück, wel­che Men­schen aller Reli­gio­nen in ihrem Glau­ben anstre­ben und mit­ein­an­der gemein haben.

Ein all­seits bekann­tes Sprich­wort lau­tet: „Jeder ist sei­nes eige­nen Glü­ckes Schmied.“ Die­se Rede­wen­dung weist zutref­fend dar­auf hin, dass der Mensch frei ist, sein Mühen und Stre­ben auf ein Ziel aus­zu­rich­ten, um dem eige­nen Glück näher zu kom­men. Gleich­zei­tig wäre es sehr zynisch die­se Wor­te jedem zu ent­geg­nen, der gera­de unglück­lich ist. Denn Glück ist nicht vor­aus­set­zungs­los und wir kön­nen es weder erzwin­gen noch frei dar­über ver­fü­gen. Aber wir kön­nen uns dar­auf eini­gen, dass es unser aller Ziel ist glück­lich zu sein bzw. zu wer­den und dass es jedem Men­schen zuge­stan­den sein soll­te sein Glück zu suchen.

Kern­kom­pe­tenz: Den eige­nen Glau­ben und die eige­nen Erfah­run­gen wahr­neh­men und zum Aus­druck brin­gen sowie vor dem Hin­ter­grund christ­li­cher und ande­rer reli­giö­ser Deu­tun­gen reflek­tie­ren.

Jahr­gang: 5 – 12

Arbeits­for­men: Fil­m­ana­ly­se, Text­ar­beit, Video­pro­duk­ti­on

Medi­en:

Metho­di­sches Vor­ge­hen

Einstieg(e)

Grund­sätz­lich ist es mög­lich das Musik­vi­deo selbst als Ein­stiegs­me­di­um zu nut­zen. Eine wei­te­re loh­nens­wer­te Mög­lich­keit zum Ein­stieg stellt die FWU-Doku zum The­ma Glück dar. Mit­hil­fe des­sen kann eine begriff­li­che Nähe­rung statt­fin­den.

Mög­lich Auf­ga­ben zur Doku:

  1. Defi­nie­re den Begriff Glück.
  2. Nen­ne Per­spek­ti­ven auf das The­ma Glück.
  3. Beschrei­be das Phä­no­men Glück unter bio­gra­fi­schen Gesichts­punk­ten.

Die auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen kön­nen jedoch auch ohne Doku­men­tar­film genutzt wer­den, um die indi­vi­du­el­le Per­spek­ti­ve und das Vor­wis­sen der Schü­ler zu ermit­teln.

Filmarbeit

Das Musik­vi­deo ermög­licht einen viel­schich­ti­gen Blick auf sich ähneln­de, ergän­zen­de und wider­spre­chen­de Vor­stel­lun­gen zum The­ma Glück.

Mög­li­che Fra­gen zur Fil­m­ana­ly­se:

  1. Beschrei­be die Bild­spra­che des Musik­vi­de­os.
  2. Notie­re mög­lichst vie­le Vor­stel­lun­gen zu den Fra­gen, was Glück ist, glück­lich macht und was nicht.
  3. Ord­ne die Vor­stel­lun­gen in einer stu­fi­gen Pyra­mi­de, wel­che ihre Bedeu­tung für dich per­sön­lich dar­stellt. Ver­glei­che dei­ne Pyra­mi­de mit dei­nen Mitschülern.(optional in höhe­ren Klas­sen­stu­fen denk­bar: Setzt eure Pyra­mi­de mit der Bedürf­nis­py­ra­mi­de nach Maslow in Bezie­hung)
  4. Beson­ders ein­drück­lich ist der Wunsch des Vaters, dass Glück für ihn wäre, wenn sei­ne Toch­ter noch leben wür­de. Dis­ku­tie­re mit dei­nen Mit­schü­lern, wie die­ser Wunsch in die Pyra­mi­de ein­zu­ord­nen wäre bzw. wie er sich zu den ande­ren Vor­stel­lun­gen ver­hält.
  5. Dis­ku­tiert in Klein­grup­pen die Bedeu­tung des Titels „Him­mel Auf“.

Projektarbeit: Adaption der Filmidee

Wenn im Vater­un­ser um die Erlö­sung von allem Übel gebe­ten wird, umfasst dies umge­kehrt auch all jene Hoff­nun­gen, die im Musik­vi­deo for­mu­liert wer­den. So gese­hen ist dann die Rede von der Erlö­sung vom Übel der Krank­heit, des Getrennt­seins von sei­nen Liebs­ten, vom Übel nicht gebraucht zu wer­den und kei­ner sinn­stif­ten­den Betä­ti­gung nach­ge­hen zu kön­nen und zu guter Letzt von jenem Übel, wel­ches jeden Men­schen und jedes mensch­li­che Glück bedroht, vom Übel des Todes. Die Ant­wor­ten des Musik­vi­de­os bestechen durch ihre Schlicht­heit und Klar­heit. Wirk­lich wider­spre­chen mag man nie­man­dem. Eine gewis­se emo­tio­na­le Berührt- oder Betrof­fen­heit mag sich auch ein­stel­len, weil jene Ant­wor­ten auf­zei­gen, dass das Glück nur bedingt in unse­rer Hand liegt und wir ange­wie­sen sind auf Fak­to­ren, über die wir nicht ver­fü­gen kön­nen und weil sich unser Stre­ben nicht immer auf jene Din­ge im Leben rich­tet, die im eigent­li­chen Sin­ne glück­lich machen.

Dar­aus folgt ein Bruch mit den Mach­bar­keits­fan­ta­si­en und der Idee von Glück durch Kon­sum, wel­che in unse­rer Gesell­schaft und media­len Kul­tur nicht unmaß­geb­lich sind.

Ange­sto­ßen von dem Musik­vi­deo und der inten­si­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma Glück kön­nen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sich an ein eige­nes Video­pro­jekt her­an­wa­gen und das The­men­feld aus indi­vi­du­el­ler, christ­li­cher, inter­re­li­giö­ser und/​oder phi­lo­so­phisch-welt­an­schau­li­cher Per­spek­ti­ve bear­bei­ten.

Auf­ga­ben:

Erstellt ein eige­nes Video zum The­ma Glück.

  1. For­mu­liert Fra­gen, wel­che ihr in eurem Video stel­len wollt.
  2. Über­legt euch in wel­cher Sze­ne­rie ihr eure Fra­gen stel­len wollt und wel­che Bil­der und Situa­tio­nen ihr dar­über hin­aus ein­fü­gen wollt.
  3. Wählt geeig­ne­te Hin­ter­grund­mu­sik aus.
  4. Fasst eure Über­le­gun­gen in einem Dreh­buch zusam­men.
  5. Dreht, schnei­det und unter­legt euer Werk musi­ka­lisch.

Auf You­Tube fin­den sich gute Tuto­ri­als zur Ver­wen­dung des Win­dows Movie Makers, wel­cher eine ein­fa­che tech­ni­sche Lösung für das Schnei­den und Ver­to­nen des eige­nen Video­pro­jekts dar­stellt. Ein Bei­spiel fin­det sich oben unter Medi­en.

Vertiefungen

  • Glück und Kon­sum: Ana­ly­se von Wer­bung, wel­che ihr Pro­dukt mit dem Begriff Glück ver­knüpft.
  • Gesell­schafts­po­li­ti­sche Ver­tie­fung: Ver­gleich der Ver­fas­sung von Butan und der ame­ri­ka­ni­schen Ver­fas­sung.
  • Glück und Erlö­sung aus inter­re­li­giö­ser Per­spek­ti­ve: Das Kurs­buch Reli­gi­on 3 (2017 Cal­wer Ver­lag GmbH) bie­tet auf den Sei­ten 21ff und ins­be­son­de­re auf den Sei­ten 30 – 31 eine inter­re­li­giö­se Per­spek­ti­ve auf das The­ma Glück (Islam und Bud­dhis­mus).
  • Glück und Teil­ha­be: Auf dem Album „Him­mel Auf” fin­det sich das Lied noch in einer Vari­an­te mit Stro­phen. Glück wird hier eher im Zusam­men­hang mit Unglück, Aus­schluss, Ver­zweif­lung und Abhän­gig­keit betrach­tet. Womög­lich bie­tet die­se Vari­an­te für eini­ge Schü­ler eher Anknüp­fungs­punk­te und Asso­zia­tio­nen (Link unter Medi­en).
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Tobias Neumeister
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