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Für ein gutes Gewissen – oder?

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Jesus, Mutter Teresa und Gandhi plaudern miteinander am Kamin. Sie erzählen sich von ihren guten Taten, die sie während ihres Lebens vollbracht haben. Mit ihnen zusammen sitzt ein junger Mann, der in ihrer Mitte weilt, weil er durch seine Online-Spende Kindern das Leben gerettet hat. Die drei Gutherzigen sind begeistert von seiner guten Tat.

UNICEF Schweden wirbt zum Weihnachtsfest 2013 damit, dass es nie einfacher war, Gutes zu tun, als mit einem Klick auf ein UNICEF-Werbebanner, um mit den daraus eingeworbenen Spenden, Kinder weltweit mit Impfmitteln zu versorgen. Doch ist es wirklich so einfach, etwas Gutes zu tun und in einem Atemzug mit Mutter Teresa, Gandhi und Jesus genannt zu werden?

Kernkompetenz: Entscheidungssituationen der eigenen Lebensführung als religiös relevant erkennen und mithilfe religiöser Argumente bearbeiten.

Jahrgang: ab Jahrgang 9

Arbeitsformen: Positionslinie, Filmanalyse, Internetrecherche

Hintergrundinformationen:

Mehr zum Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF): https://www.unicef.de/

Zur „Ethik des Gebens“ auf Deutschlandfunk: http://www.deutschlandfunk.de/ethik-des-gebens-es-ist-kein-problem-sich-nach-einer-spende.886.de.html?dram:article_id=401289

Contra: Soll man spenden? https://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article13749629/Contra-Soll-man-spenden.html

Hast du schon mal?

Die Lehrkraft hat zu Beginn der Stunde eine Positionslinie im Raum vorbereitet, wobei die Enden der Linie die Pole (Ja/Nein, Stimme zu/Stimme nicht zu) und die Mitte die Abstufungen darstellen. Die Schüler stellen sich im Raum auf und beantworten folgende Fragen, in dem sie sich auf der Linie positionieren.

  1. Ich habe schon einmal Geld an eine gemeinnützige Organisation gespendet?
  2. Ich habe schon einmal Sachen (Kleidung, Spiezeug o.ä.) für einen guten Zweck abgegeben.
  3. Nach dem Spenden habe ich mich gut gefühlt.
  4. Meine Familie spendet oft/gar nicht.
  5. Ich finde, ich habe genug, um anderen etwas abzugeben.

Die Lehrkraft kann nach jeder Frage einige Schülerinnen und Schüler interviewen, warum sie/er sich an dieser Stelle positioniert hat.

Das Weihnachten der Gutherzigen

  1. Schaut euch den UNICEF-Spot an. Der Spot ist auf Englisch. Ein deutsches Transkript findet ihr hier: Transkript_UNICEF_SPOT_2013 Wiederholt gegebenenfall den Spot, um auch wirklich alles zu verstehen.
  2. Klärt im Anschluss, ob es Fragen zu den handelnden Personen oder anderen Dingen gibt und notiert diese. (eventuell: Was ist UNICEF? Wer ist Gandhi? Was hat Mutter Teresa getan?)
  3. Gliedert die aufgetretenen Fragen und verteilt sie in Kleingruppen. Recherchiert in diesen Gruppen im Internet. Stellt eure Ergebnisse kurz im Klassenverband vor.
  4. Besprecht anschließend, ob und warum euch der Spot anspricht oder nicht und ob er euch zum Spenden an UNICEF bringen würde.
  5. Der Spot arbeitet mit Humor, um beim Publikum anzukommen und zum Spenden zu animieren. Überlegt in Partnerarbeit, welche anderen Kampagnen zur Generierung von Spenden ihr vielleicht kennt (Aktion Mensch, Greenpeace, WWF, BUND, u.ä.) und vergleicht mit welchen Mitteln diese Organisationen arbeiten, um potentielle Spender anzusprechen. Nutzt dazu folgende Auflistung als Anhaltspunkte:

    Berühmtheit – Mitleid – Angst – Schock – Visionen – Gewissen – Grundbedürfnisse – …

  6. Diskutiert: Sind Mitleid und Angst probate Mittel, um Spenden zu generieren?
  7. Der Spot wurde im November 2013 veröffentlicht. Einen Großteil ihrer eingeworbenen Spenden erhalten wohltätige Organisationen in Deutschland im November und Dezember. Erklärt, warum gerade zu diesem Zeitpunkt.

Warum spenden Christen?

Im Islam gehört das Almosen geben (zakat) als soziale Pflichtabgabe zu den fünf Säulen des Glaubens. Im Christentum gibt es keine offizielle Vorschrift, Geld zu geben. Das Spenden ist jedoch bereits im Alten Testament benannt. Paulus selbst sammelt während seiner Missionsreisen z.B. Geld für die Urgemeinde in Jerusalem.

6 Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. 7 So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt. 8 Er kann euch so reich beschenken, ja, mit Gutem geradezu überschütten, dass ihr zu jeder Zeit alles habt, was ihr braucht, und mehr als das. So könnt ihr auch noch anderen auf verschiedenste Art und Weise Gutes tun. Schon in der Heiligen Schrift heißt es ja von dem Mann, den Gott reich beschenkt hat: »Großzügig schenkt er den Bedürftigen, was sie brauchen; auf seine Barmherzigkeit kann man immer zählen.« 1Gott aber, der dem Sämann Saat und Brot schenkt, wird auch euch Saatgut geben. Er wird es wachsen lassen und dafür sorgen, dass das Gute, das ihr tut, Früchte trägt. 1Ihr werdet alles so reichlich haben, dass ihr unbesorgt weitergeben könnt. Wenn wir dann eure Gabe überbringen, werden viele Menschen Gott dafür danken. 1Eure Gabe hätte demnach zwei gute Auswirkungen: Sie wäre nicht nur eine Hilfe für die notleidenden Christen in Jerusalem, sie würde auch bewirken, dass viele Menschen Gott danken. 1Durch eure Unterstützung zeigt sich, wie sich euer Glaube bewährt. Dann werden die Beschenkten Gott loben, weil ihr euch so treu zur rettenden Botschaft von Christus bekennt und so bereitwillig mit ihnen und mit allen anderen teilt. 14 Sie werden für euch beten und wären gern mit euch zusammen, weil sich an euch die Gnade Gottes auf so wunderbare Weise gezeigt hat. 1Wir aber danken Gott für seine unaussprechlich große Gabe. (2. Korinther, 9)
  1. Fasst mit eigenen Worten zusammen, warum Christen spenden sollen.
  2. Die christlichen Kirchen können u.a. anderem nur arbeiten, weil viele Christen sie mit ihren Spenden unterstützen. Recherchiert in Partnerarbeit einen Anlass zu dem Geld gespendet bzw. eine Form, wie Geld eingenommen wird und was die evangelische und katholische Kirche damit finanzieren. Stellt eure Ergebnisse im Klassenverband vor.
  3. Ergänzt die unter 1. entwickelte Liste, warum Christen spenden sollten, um weitere Argumente.
  4. Viele Hilfsorganisationen wie UNICEF arbeiten mit großen Werbekampagnen wie mit dem Spot oben. Beurteilt, ob auch die Kirchen noch mehr größere Kampagnen zur Akquise von Spendengeldern starten sollten.

Gutes tun – gutes Tun

Muss man immer Geld spenden, um etwas Gutes zu tun? Mutter Teresa, Gandhi und Jesus haben kein Geld gespendet. Geld spenden ist jedoch einfach. Oder ist es einfacher, auf anderem Weg etwas Gutes zu tun? Was könnte man Gutes tun?
Aufgabe: „Jeden Tag eine gute Tat.“ Sammelt Ideen für gute Taten, die man leicht im Alltag umsetzen kann. Jeder denkt sich 7 Dinge aus und schreibt sie auf einen Zettel. Diese werden gefaltet und in einen Lostopf geworfen. Jeder zieht 7 Lose und nimmt diese mit nach Hause. Jeden Tag bis zur nächsten Unterrichtstunde wird ein Los geöffnet und versucht, die gute Tat zu erfüllen.

In der nächsten Stunde wird sich zunächst in Partnerarbeit darüber ausgetauscht:
1. Wie hast du dich gefühlt, die gute Tat umzusetzen?
2. Ist es dir leicht oder schwer gefallen? Warum?

Besprecht dann im Plenum:
1. Ist es einfacher Geld zu spenden oder eine gute Tat zu vollbringen?
2. Ist das eine dem anderen vorzuziehen? Warum? Warum nicht?

 

 

Claudia Brand

Claudia Brand

Medienpädagogin und Leiterin des Medienzentrums der EKM

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