Die Osteruhr — Vom Warten auf das Osterfest

Son­nen­auf­gang über dem Ölberg. Von Jeru­sa­lem aus foto­gra­fiert. Beim Jog­gen um die mit­tel­al­ter­li­che Stadt­mau­er. Ostern beginnt nicht Grün­don­ners­tag und die Kar­wo­che nicht mit Palm­sonn­tag. Die Evan­ge­lis­ten deu­ten schon in den Geburts­ge­schich­ten das Lei­den und Ster­ben Jesu an. Und es gilt: Vie­le Ele­men­te des christ­li­chen Glau­bens ver­dich­ten sich in der Kar­wo­che und am Oster­sonn­tag. Das macht die­se Woche so bedeut­sam für eine christ­li­che Per­spek­ti­ve auf das eige­ne Leben.

Als Kind hat mich in die­ser Woche jah­re­lang eine Oster­uhr beglei­tet. Damit ist nicht ein Zif­fer­blatt mit Zei­gern auf einer Hasen­fi­gur gemeint. Die Uhr zeig­te einen in Seg­men­te unter­teil­ten Kreis mit einem Zei­ger. Jedes Seg­ment des Krei­ses stand für einen Tag der Kar­wo­che oder etwas Bedeut­sa­men für den Glau­ben. Jeden Tag konn­te ich den Zei­ger ein Stück wei­ter­dre­hen – bis Ostern war. Viel­leicht eine Art Advents­ka­len­der für Ostern. Sie kann beim War­ten hel­fen. Und sie kann das Nach­den­ken über eige­ne Erfah­run­gen der letz­ten 12 Mona­te unterstützen.

Kern­kom­pe­tenz: Reli­gi­ös bedeut­sa­me Aus­drucks- und Gestal­tungs­for­men reflek­tiert verwenden

Jahr­gang: 1 – 6

Arbeits­for­men: Bibli­sche Lek­tü­re, Umfra­ge,Pecha Cucha, Die Osteruhr

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen:

Paqua­rel­las Far­ben -> http://​www​.akti​ons​sei​te​-kita​.de/​p​a​s​q​u​a​r​e​l​l​a​s​-​p​e​r​l​en/

Phase 1: Mein Ostern

  1. Erin­ne­re Dich an das letz­te Oster­fest und hal­te schrift­lich fest, was Dir dar­an wich­tig war und wor­in es sich im Ver­gleich zu ande­ren Oster­fes­ten unterschied.
  2. Erläu­te­re Oster­ri­tua­le und Brauch­tum Dei­ner Familie.
  3. Tra­ge mit den ande­ren dei­ner Lern­grup­pe zusam­men, was ihr über die­ses christ­li­che Fest wisst.

Phase 2: Die Umfrage

  1. Ent­wi­ckelt gemein­sam einen Fra­ge­bo­gen zu den his­to­ri­schen Hin­ter­grün­den, Ritua­len und Bedeu­tun­gen des Osterfestes.
  2. Befragt Mit­schü­le­ri­nenund Mit­schü­ler ande­rer Lern­grup­pen, Men­schen eurer Fami­li­en (auch tele­fo­nisch) und Nach­barn oder Freunde.
  3. Stellt wesent­li­che oder über­ra­schen­de Ant­wor­ten aus den Umfra­ge­er­geb­nis­sen mit­hil­fe einer Prä­sen­ta­ti­on vor, z.B. Pecha Cucha.

Phase 3: Die Osteruhr

  1. Gestal­te auf einer run­den Papp­schei­be (Durch­mes­ser möglichst nicht unter 30cm) eine „Uhr”, auf der sechs Seg­men­te von Palm­sonn­tag bis Kar­sams­tag zu sehen sind. Tei­le den Kreis in Sech­sel ein oder lade Dir die­se Vor­la­ge herunter.
  2. Zie­he inner­halb der Schei­be einen Kreis, so dass eine Zei­le am äußeren Rand (maxi­ma­le Brei­te 1 cm) ent­steht. In die­se Zei­le trägst du die Bezeich­nun­gen der Wochen­ta­ge oder Far­ben ein. Die Far­ben erge­ben sich aus den bibli­schen Tex­ten im Anschluss.
  3. Fer­ti­ge einen sta­bi­len Zei­ger an, den du mit einer Mus­ter­klam­mer befestigst.
  4. Stel­le Dei­ne Oster­uhr nach den Feri­en in dei­ner Reli­gi­ons­grup­pe vor.

Phase 4: Die Erzählungen

Das Blau des Anfangs

  1. Lies die Tauf­ge­schich­te Jesu.
  2. Befra­ge Men­schen dei­ner Fami­lie zu dei­ner Tau­fe oder füh­re ein Inter­view mit Men­schen, die getauft sind.
  3. Am Ende der Geschich­te lässt der Erzäh­ler Gott sagen: „Du bist mein gelieb­tes Kind. Ich freue mich an dir.”
    Was mag Jesus gefühlt haben, als er das hör­te? Wie fühlt es sich an, wenn du sol­che Sät­ze hörst?
  4. Gestal­te das Seg­ment mit eige­nen Ideen.

Das Gelb der Wärme

  1. Lies die Geschich­te von der Hei­lung eines blin­den Men­schen.
  2. Notie­re Dei­ne Erin­ne­run­gen an ein Gespräch, das „dein Herz berührt hat”.
  3. Tau­sche Dich in der Lern­grup­pe dar­über aus, war­um die­se Geschich­te mit der Far­be Gelb ver­bun­den wurde.
  4. Zeich­ne Dei­ne Ideen in das Segment.

Das Rot der Wut

  1. Lies die Geschich­te von der Wut.
  2. Erzäh­le von dei­ner Wut.
  3. Ist Rot nicht die Far­be der Lie­be? War­um passt das Rot trotz­dem hierher?
  4. Gestal­te eine Zeich­nung für Lie­be und Wut.

Das Grün der Hoffnung

  1. Lies die Geschich­te vom Ein­zug in Jeru­sa­lem.
  2. Erklä­re den Namen die­ses Tages.
  3. Schrei­be auf, wie man in Dei­ner Fami­lie Men­schen ehrt oder sich über ihre Ankunft freut.
  4. Zeich­ne in das Seg­ment oder schrei­be eine Begrüßung.

Das Braun des Brotes

  1. Lies die Geschich­te von der gemein­sa­men Mahl­zeit.
  2. Erklä­re Gemein­sam­kei­ten zwi­schen Freund­schaft und Brot.
  3. Tauscht euch über unter­schied­li­che Sym­bo­le für Freund­schaft aus.
  4. Gestal­te ein Zei­chen der Freund­schaft für die­ses Segment.

Das Schwarz der Einsamkeit

  1. Lies die Geschich­te sei­nes Ster­ben.
  2. Vor das Grab Jesu wird ein gro­ßer Stein gerollt. Sol­che Stei­ne lie­gen auch auf den Her­zen sei­ner Mut­ter und sei­ner Freunde.
    Erzäh­le von Dei­nen Stei­nen der Tren­nung und Einsamkeit.
  3. Gestal­te das Seg­ment für Karfreitag.

Phase 5: Ostersonntag — Die Rückseite der Uhr

  1. Pas­qua­rel­la erzählt, wie die Auf­er­ste­hung in der Oster­nacht einer Ver­wand­lung in einen Schmet­ter­ling gleicht. Gib die­se Geschich­te mit eige­nen Wor­ten wieder.
  2. Ent­wi­ckelt eine eige­ne Idee für die Oster­nacht der „Oster­uhr”. Was gehört auf die Rück­sei­te: Sym­bo­le, Far­ben Mate­ria­li­en? Ändert sich der Zeiger?
  3. Berei­te eine Prä­sen­ta­ti­on Dei­ner Uhr für die ers­te Reli-Stun­de nach den Ostern­fe­ri­en vor.

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Christian Herzfeld
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