Clueso — Wart mal

Ein Song über mensch­li­che Schwä­chen, die Leich­tig­keit des Chil­lens und die Suche nach Auf­rich­tig­keit: Wider­stand und Ergebung
Kern­kom­pe­tenz: Ethi­sche Ent­schei­dungs­si­tua­tio­nen im indi­vi­du­el­len und gesell­schaft­li­chen Leben wahr­neh­men, die christ­li­che Grund­le­gung von Wer­ten und Nor­men ver­ste­hen und begrün­det han­deln können.

Jahr­gang: 7. – 10.

Arbeits­for­men: Song, Lek­tü­re, Text­ver­gleich, For­mu­lie­ren eige­ner Positionen

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen:

Über Clue­so

Über Diet­rich Bonhoeffer

Wart mal

Der Wecker ließ den Jun­gen im Stich
die Schuld trifft ihn auch nicht
er wach­te auf bleich im Gesicht
ich bin zu spät was kann ich dafür
ohne Schul­brot für den Tag
den Ran­zen halb gepackt
steht er gra­de weg am Start
schweiß­ge­ba­det an der Eingangstür
nichts ahnend schaut er kurz zurück
bis eine Stim­me zu ihm spricht, und meint:

Wart mal! du kommst sowie­so schon zu spät
lass lie­ber chilln, wart mal, du bist sowie­so schon zu spät
wozu noch gehn
all die Hek­tik all der Stress
wär´s da nicht bes­ser wenn man´s lässt … wei­ter

Clue­so, Gute Musik, 2004

  1. Höre dir den Song mehr­fach an.
  2. Notie­re musi­ka­li­sche Pas­sa­gen und Text­frag­men­te, die sich dir beson­ders ein­ge­prägt haben.
  3. Tauscht euch in der Lern­grup­pe über eure Erfah­run­gen mit den im Song beschrie­be­nen Lebens­si­tua­tio­nen aus.

Sind wir noch brauchbar?

Wir sind stum­me Zeu­gen böser Taten gewe­sen, wir sind mit vie­len Was­sern gewa­schen, wir haben die Küns­te der Ver­stel­lung und der mehr­deu­ti­gen Rede gelernt, wir sind durch Erfah­rung miß­trau­isch gegen die Men­schen gewor­den und muß­ten ihnen die Wahr­heit und das freie Wort oft schul­dig blei­ben, wir sind durch uner­träg­li­che Kon­flik­te mür­be oder viel­leicht sogar zynisch gewor­den – sind wir noch brauch­bar? Nicht Genies, nicht Zyni­ker, nicht Men­schen­ver­äch­ter, nicht raf­fi­nier­te Tak­ti­ker, son­dern schlich­te, ein­fa­che, gera­de Men­schen wer­den wir brau­chen. Wird unse­re inne­re Wider­stands­kraft gegen das uns Auf­ge­zwun­ge­ne stark genug und unse­re Auf­rich­tig­keit gegen uns selbst scho­nungs­los genug geblie­ben sein, daß wir den Weg zur Schlicht­heit und Gerad­heit wiederfinden?
Diet­rich Bon­hoef­fer, Ber­lin 1942

Diet­rich Bon­hoef­fer, Wider­stand und Erge­bung. Brie­fe und Auf­zeich­nun­gen aus der Haft, Güters­loh, 17. Auf­la­ge, 2002

  1. Gib die Tage­buch­auf­zeich­nung Bon­hoef­fers mit eige­nen Wor­ten wieder!
  2. Recher­chie­re zu Diet­rich Bon­hoef­fer, sei­nen Lebens­um­stän­den, sei­nen poli­ti­schen und theo­lo­gi­schen Über­le­gun­gen und erstel­le ein Persönlichkeitsprofil!
  3. Dis­ku­tiert, inwie­fern Bon­hoef­ferns Nach­den­ken über sei­ne Genera­ti­on auch dei­ne Lebens­er­fah­run­gen spiegeln.

Der Schluss beider Texte

Bonhoeffer 1942

Wird unse­re inne­re Widerstandskraft
gegen das uns Aufgezwungene
stark genug und unse­re Auf­rich­tig­keit gegen uns selbst
scho­nungs­los genug geblie­ben sein,
daß wir den Weg zur Schlicht­heit und Gerad­heit wiederfinden?

Clueso 2004

Und er denkt sich, die Welt ver­än­dern ist nicht schlecht
nur scheint zu Vie­les zu komplex
nie­mand kommt kom­plett zu recht,
man schafft es nicht mal den Müll zu sortieren
tja, der pri­va­te Scheiß hält auf,
der Mensch nimmt viel dafür in kauf
das Essen wird halt schlecht
und nicht mal ich schein zu kapieren
all die Hek­tik all der Stress
geben uns noch lan­ge nicht das Recht, zu sagen …

  1. For­mu­lie­ren eine Ant­wort auf Bon­hoef­fers Fra­ge oder auf Clue­sos offe­ne Reaktion!
  2. Dis­ku­tiert eure Ergeb­nis­se in der Lerngruppe!
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